Baum fällen Kosten
Einen Baum fällen zu lassen kostet 25–40 € pro Meter Fallhöhe, wenn er frei fallen kann. Als Gesamtpreis heißt das: bis 5 m Höhe 150–350 €, bei 10–15 m 500–1.200 €, über 20 m und mit Entsorgung 1.500–5.000 €. Was den Preis wirklich treibt, ist selten die Höhe allein – sondern die Frage, ob der Baum frei fallen darf oder Stück für Stück abgetragen werden muss.
Was kostet es, einen Baum fällen zu lassen?
Baum fällen – Kosten nach Aufwand
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Freies Fallen (pro Meter Fallhöhe, ohne Entsorgung) | 25–40 €/lfm |
| Kleiner Baum bis 5 m, komplett | 150–350 € |
| Mittlerer Baum 10–15 m, komplett | 500–1.200 € |
| Großer Baum über 20 m, komplett inkl. Entsorgung | 1.500–5.000 € |
| Seilklettertechnik (Stundensatz Baumkletterer) | 70–120 €/Std |
| Genehmigung nach kommunaler Baumschutzsatzung | 25–400 € |
Freies Fallen ist der günstigste Fall und in Privatgärten selten möglich. Enge Lage, Seilklettertechnik, Hubsteiger und Entsorgung sind die Positionen, die den Preis vervielfachen. Der Baumstumpf ist in keinem dieser Preise enthalten. Alle Angaben inkl. MwSt.
Orientierungswerte für typische Privatkundenprojekte – kein Ersatz für ein individuelles Angebot.
Die Spanne wirkt groß, hat aber einen klaren Grund: Der Preis hängt weniger an der Höhe des Baums als an der Frage, wie er zu Boden kommt. Ein freistehender Baum auf der Wiese fällt in einem Stück – das ist eine Sache von einer Stunde. Steht derselbe Baum zwischen Haus, Gartenzaun und Stromleitung, wird er von oben nach unten in Stücken abgetragen, und aus einer Stunde werden schnell fünf.
Kosten nach Baumhöhe
| Baumhöhe | Freies Fallen | Mit Seilklettertechnik | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| bis 5 m | 150–350 € | 300–600 € | meist ohne Kran machbar |
| 5–10 m | 300–800 € | 600–1.200 € | Standardfall im Privatgarten |
| 10–15 m | 500–1.200 € | 1.000–2.000 € | Hubsteiger oft günstiger als SKT |
| 15–20 m | 800–2.000 € | 1.500–3.000 € | Absperrung und Einweiser nötig |
| über 20 m | 1.500–3.000 € | 2.500–5.000 € | inkl. Entsorgung gerechnet |
Nadelbäume liegen tendenziell am unteren Ende der Spanne, Laubbäume am oberen: Die ausladende Krone eines Laubbaums bedeutet mehr Schnittarbeit und mehr Volumen bei der Entsorgung, auch bei gleicher Höhe.
Wovon die Kosten abhängen
Fallrichtung und Platz: Der mit Abstand größte Faktor. Freier Fall ist der Grundfall aller Preislisten – und im Privatgarten der Ausnahmefall. Sobald unter dem Baum etwas steht, das nicht beschädigt werden darf, wechselt das Verfahren.
Verfahren: Seilklettertechnik kostet 70–120 € pro Stunde und ist überall dort nötig, wo der Hubsteiger nicht hinkommt. Ein Hubsteiger kostet ab 100 € Tagesmiete, oft mit Bediener – bei gutem Zufahrtsweg ist er die günstigere Lösung.
Stammdurchmesser und Kronenvolumen: Zwei Bäume gleicher Höhe können sich im Aufwand um den Faktor zwei unterscheiden. Die Höhe bestimmt die Fallhöhe, der Durchmesser die Schnittzeit, das Kronenvolumen die Entsorgungsmenge.
Zugänglichkeit: Muss das Holz 40 Meter weit durch einen Reihenhausgarten getragen werden, schlägt das mit mehreren Arbeitsstunden zu Buche. Kann der Anhänger direkt neben dem Baum stehen, entfällt der Posten fast vollständig.
Zustand des Baums: Ein abgestorbener oder morscher Baum ist gefährlicher zu fällen, nicht einfacher. Fehlende Standsicherheit bedeutet, dass der Kletterer nicht mehr im Baum arbeiten kann – dann muss zwingend ein Hubsteiger oder Kran ran.
Wann gefällt werden darf
§ 39 Bundesnaturschutzgesetz erlaubt das Fällen von Bäumen und Gehölzen nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar. Der Grund ist der Vogelschutz während der Brutzeit. Erlaubt bleiben ganzjährig schonende Form- und Pflegeschnitte sowie Fällungen, die zur Verkehrssicherung unaufschiebbar sind – die Beweislast liegt dann beim Eigentümer.
Davon unabhängig gilt kommunales Recht. Viele Gemeinden haben eine Baumschutzsatzung, die Bäume ab einem bestimmten Stammumfang schützt – häufig 60 bis 80 cm gemessen in einem Meter Höhe. Dann ist eine Genehmigung nötig, auch im Winter und auch auf dem eigenen Grundstück. Die Gebühr liegt meist bei 25 bis 100 €, bei strengem Baumschutz bis 400 €.
Der Posten, der dabei am häufigsten übersehen wird, ist die Ersatzpflanzung. Viele Satzungen verlangen für jeden gefällten Baum einen neuen – inklusive Pflanzung und Anwuchspflege sind das schnell 300 bis 800 € zusätzlich. Wer die Fällung kalkuliert, sollte vorher bei der Gemeinde nachfragen, nicht danach.
Beispielrechnung: Fichte, 14 Meter, Reihenhausgarten
| Position | Menge | Einzelpreis | Summe |
|---|---|---|---|
| Fällung in Seilklettertechnik | 6 Std | 95 €/Std | 570 € |
| Zweiter Mann am Boden (Sicherung, Abräumen) | 6 Std | 55 €/Std | 330 € |
| Anfahrt und Rüstzeit | pauschal | 80 € | 80 € |
| Entsorgung Krone und Astwerk | ca. 12 m³ | 20 €/m³ | 240 € |
| Summe Fällung | 1.220 € | ||
| Baumstumpf fräsen (40 cm Durchmesser) | 1 Stk | 120 € | 120 € |
| Gesamt | 1.340 € |
Der Stamm bleibt in diesem Beispiel als Brennholz beim Eigentümer – das spart rund 150 € Abfuhr. Wäre der Baum frei gefallen, läge die Fällung bei etwa 450 € statt 1.220 €.
Was oft unterschätzt wird
Die Entsorgung. Bei einem großen Laubbaum ist sie kein Nebenposten, sondern schnell ein Fünftel bis ein Drittel der Rechnung. Grünschnitt kostet je nach Region 20 bis 50 € pro Kubikmeter, und eine ausgewachsene Krone hat leicht 20 Kubikmeter.
Der Stumpf. Er steht nach der Fällung noch da. Wer ihn übersehen hat, zahlt eine zweite Anfahrt – siehe Baumstumpf entfernen Kosten.
Die Bodenschäden. Fährt ein Hubsteiger oder Bagger über den Rasen, ist der danach hinüber. Bei größeren Einsätzen sind Baggermatten oder eine anschließende Rasensanierung einzuplanen – zu den Maschinenkosten siehe Baggerarbeiten Kosten.
Die Nachbarschaft. Ragt der Baum über die Grundstücksgrenze oder muss zum Fällen Nachbargrund betreten werden, gehört das vorher geklärt. Im Streitfall wird aus einem Fälltermin ein Rechtsstreit.
Fazit
Baum fällen kostet 25 bis 40 Euro pro Meter Fallhöhe, wenn der Baum frei fallen kann – und ein Vielfaches, wenn nicht. Wer ein Angebot einordnen will, sollte zuerst klären, welches Verfahren angesetzt ist, ob Entsorgung enthalten ist und ob der Stumpf im Preis steht. Diese drei Punkte erklären fast jede Preisdifferenz zwischen zwei Angeboten für denselben Baum.
Häufige Fragen
- Was kostet es, einen Baum fällen zu lassen?
- Bei freiem Fall rechnet man mit 25 bis 40 Euro pro Meter Fallhöhe. Als Gesamtpreis liegt ein kleiner Baum bis 5 m bei 150 bis 350 Euro, ein mittlerer Baum von 10 bis 15 m bei 500 bis 1.200 Euro. Große Bäume über 20 m kosten inklusive Entsorgung 1.500 bis 5.000 Euro. Der Baumstumpf ist dabei nie enthalten.
- Warum ist Seilklettertechnik so viel teurer?
- Weil der Baum nicht fällt, sondern Stück für Stück abgebaut wird. Der Kletterer arbeitet sich von oben nach unten und lässt jedes Teilstück kontrolliert ab. Das dauert ein Vielfaches der Zeit eines freien Falls und wird nach Stunden abgerechnet – 70 bis 120 Euro pro Stunde. Nötig ist es überall dort, wo unter dem Baum ein Haus, ein Zaun oder eine Leitung steht.
- Wann darf ein Baum gefällt werden?
- Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz nur vom 1. Oktober bis zum 28. Februar. In dieser Zeit brüten keine Vögel. Zwischen dem 1. März und dem 30. September sind nur schonende Form- und Pflegeschnitte erlaubt sowie Fällungen aus Verkehrssicherungsgründen. Unabhängig davon kann eine kommunale Baumschutzsatzung eine Genehmigung verlangen – auch im Winter.
- Brauche ich eine Genehmigung, um meinen eigenen Baum zu fällen?
- Das hängt von der Gemeinde ab. Viele Kommunen haben eine Baumschutzsatzung, die Bäume ab einem bestimmten Stammumfang – oft 60 bis 80 cm in einem Meter Höhe – unter Schutz stellt. Die Genehmigung kostet meist 25 bis 100 Euro, bei strengem Baumschutz bis 400 Euro. Häufig wird eine Ersatzpflanzung auferlegt, die als Kostenposition eingeplant werden sollte.
- Ist der Baumstumpf im Fällpreis enthalten?
- In aller Regel nicht. Gefällt wird bis knapp über den Boden, der Stumpf bleibt stehen. Ihn zu entfernen kostet je nach Durchmesser und Verfahren 100 bis 400 Euro zusätzlich. Wer beides gleichzeitig beauftragt, spart die zweite Anfahrt.
- Was kostet die Entsorgung des Holzes?
- Bei kleineren Bäumen 50 bis 150 Euro, bei großen deutlich mehr – hier macht die Entsorgung schnell ein Drittel der Rechnung aus. Wer Brennholz selbst behalten will, sollte das vorher vereinbaren: Der Betrieb spart die Abfuhr, der Preis sinkt entsprechend. Häckseln vor Ort reduziert das Volumen, kostet aber Arbeitszeit.
Hinweis zu den Preisangaben
Die auf dieser Website genannten Preise sind typische Orientierungswerte für Privatkundenprojekte in Deutschland (Stand: 2026). Sie basieren auf Marktrecherche und typischen Handwerkerangeboten. Sie ersetzen kein individuelles Angebot. Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von Größe, Material, Zugang, Bodenverhältnissen, Entsorgung, Unterbau, Anschlüssen und dem konkreten Leistungsumfang ab.