Drainage verlegen Kosten

Eine Drainage im Garten verlegen zu lassen kostet 50–150 € pro laufendem Meter – inklusive Graben, Filtervlies, Kiesbett, Drainagerohr und Verfüllen. Dazu kommt das Ziel des Wassers: ein Sickerschacht für 800–2.500 € oder der Anschluss an eine Rigole. Für 25 Meter Drainage entlang einer staunassen Rasenfläche mit Sickerschacht sind 3.000–4.500 € realistisch. Ob eine Drainage überhaupt hilft, entscheidet der Boden – bei schwerem Lehm versickert das gesammelte Wasser nirgends.

Was kostet es, eine Drainage verlegen zu lassen?

Drainage verlegen – Kosten je laufendem Meter

Leistung Kosten
Gartendrainage komplett (Graben 60–80 cm, Vlies, Kies, Rohr DN 100, verfüllen) 50–150 €/lfm
davon Grabenaushub maschinell inkl. Verladen 12–25 €/lfm
davon Material (Drainrohr, Filterkies 16/32, Vlies) 10–25 €/lfm
Spülschacht / Kontrollschacht (je Stück, gesetzt) 150–350 €
Sickerschacht als Ableitziel (gesetzt) 800–2.500 €
Versickerungsversuch vorab 150–400 €

Richtwerte 2026, inkl. MwSt. Gilt für Drainagen im Garten in 60–80 cm Tiefe bei guter Maschinenzugänglichkeit. Eine Bauwerksdrainage um das Haus bis zur Fundamentsohle gehört zum Gewerk Bauwerksabdichtung und wird hier nur abgegrenzt.

Orientierungswerte für typische Privatkundenprojekte – kein Ersatz für ein individuelles Angebot.

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Eine Drainage ist ein Rohr mit Löchern in einem Kiesbett: Wasser, das im Boden steht, läuft ins Rohr und von dort mit Gefälle weg. Die Kosten je Meter sind überschaubar. Was die Rechnung bestimmt, ist der Graben – und das Ziel des Wassers. Beides wird beim ersten Kostenüberschlag fast immer vergessen.

Der Graben ist Baggerarbeit: 60–80 cm tief, 40–50 cm breit, also rund 0,3–0,4 m³ Aushub je Meter. Bei gutem Zugang macht das ein Minibagger in einer Stunde für 6–10 Meter. Wo kein Bagger hinkommt, wird von Hand gegraben, und der Meterpreis verdoppelt sich. Was Baggereinsätze kosten und wann sich die Tagespauschale lohnt, steht unter Baggerarbeiten Kosten.

Diese Seite behandelt die Gartendrainage: das Rohr im Graben unter einer staunassen Rasenfläche, an einem Hang oder hinter einer Mauer. Die Rinne in der Pflasterfläche und der Sickerschacht als Ableitziel stehen unter Entwässerung Pflaster Kosten. Eine Bauwerksdrainage um das Haus bis zur Fundamentsohle ist Tiefbau nach DIN 4095 und hier nur abgegrenzt.

Was eine Gartendrainage ist – und was nicht

Drei Aufgaben werden unter „Drainage“ zusammengeworfen, und sie kosten sehr verschieden.

Die Gartendrainage entwässert eine Fläche: eine Rasensenke, in der nach jedem Regen tagelang Wasser steht; ein Beet am Hangfuß, das immer nass ist; den Bereich hinter einer Stützmauer, wo Wasserdruck die Mauer belastet. Sie liegt 60–80 cm tief, im Garten frei verlegbar, und kostet 50–150 €/lfm. Das ist das Thema dieser Seite.

Die Flächenentwässerung von Pflaster fängt Oberflächenwasser auf, bevor es in den Unterbau läuft – mit Gefälle, Rinnen und Abläufen. Sie ist Teil der Pflasterarbeit, nicht der Erdarbeit.

Die Bauwerksdrainage liegt am Haus, bis zur Fundamentsohle, oft 1,5–2,5 m tief, mit Noppenbahn und Abdichtung. Sie zählt zum Gewerk Bauwerksabdichtung, ist genehmigungs- und normgebunden und gehört in die Hand eines Tiefbauers oder Abdichters, nicht des Gartenbauers – diese Seite grenzt sie nur ab.

Wer „Drainage“ anfragt, sollte sagen, welche gemeint ist – sonst kommen Angebote, die nicht vergleichbar sind.

Kosten nach Länge und Situation

Strecke Rasen, Baggerzugang Beet, teils Handarbeit Unter Pflaster / enger Zugang
10 lfm 600–900 € 900–1.200 € 1.200–1.500 €
25 lfm 1.300–2.000 € 2.000–2.800 € 2.800–3.800 €
50 lfm 2.500–3.800 € 3.800–5.500 € 5.500–7.500 €

Alle Werte für die Strecke inklusive Anfahrt und Aushub-Abfuhr – ohne Ableitziel, Schächte und Wiederherstellung der Oberfläche. Die Spanne pro Zeile kommt von Bodenklasse, Tiefe und Anschlüssen. Kurze Strecken sind je Meter teurer, weil Anfahrt, Baggertransport und Rüstzeit auf wenige Meter verteilt werden – bei 10 Metern macht das allein 20–30 €/lfm aus.

Unter Pflaster kommt das Aufnehmen und Wiederherstellen des Belags dazu: 25–50 €/m² Grabenbreite, also bei 50 cm breitem Graben noch einmal 12–25 €/lfm. Dasselbe gilt für Terrassen, Wege und Zufahrten.

Wohin mit dem Wasser?

Eine Drainage ohne Ziel ist ein Rohr, das vollläuft. Das Ableitziel ist bei kurzen Strecken der größte Einzelposten, und es entscheidet, ob die Anlage funktioniert.

Sickerschacht: ein Betonringschacht oder Kunststoffschacht mit offenem Boden im Kiesbett, in dem das Wasser versickert. Gesetzt 800–2.500 €, je nach Durchmesser und Tiefe; die Details stehen unter Entwässerung Pflaster Kosten. Funktioniert nur in durchlässigem Boden – Sand, Kies, sandiger Lehm.

Rigole: ein mit Kies oder Kunststoffboxen gefüllter Graben, in dem das Wasser zwischengespeichert wird und langsam versickert. 800–3.500 € je nach Volumen. Flacher als ein Schacht, braucht mehr Platz, arbeitet auch in mäßig durchlässigem Boden.

Kanalanschluss: Einleitung in den Regenwasserkanal. Technisch am sichersten, aber genehmigungspflichtig beim Abwasserbetrieb und gebührenpflichtig – viele Kommunen verlangen für Drainagewasser eine Erlaubnis oder lehnen es ab. Anschlusskosten 300–900 € plus Genehmigung. Liegt der Anschluss unterhalb der Rückstauebene – in der Regel die Straßenoberkante –, ist eine Rückstauklappe Pflicht, sonst drückt der Kanal bei Starkregen zurück.

Vorfluter: Bach, Graben, Teich. Braucht die Erlaubnis der unteren Wasserbehörde. Im Privatgarten selten.

Vor der Entscheidung gehört ein Versickerungsversuch für 150–400 €: ein Loch in Drainagetiefe, Wasser rein, Zeit messen. Das klärt für wenig Geld, ob Schacht oder Rigole überhaupt funktionieren – oder ob das Geld besser in eine Geländemodellierung fließt.

Wovon hängen die Kosten ab?

Zugänglichkeit. Kommt ein Minibagger an die Strecke, gräbt er 6–10 m in der Stunde. Muss von Hand gegraben werden – Reihenhausgarten, Durchgang unter 80 cm, bepflanztes Beet –, sind es 1–2 m pro Stunde zu 45–65 €. Das ist der Faktor zwischen 50 und 150 €/lfm.

Boden. Sandiger Boden gräbt sich leicht und versickert gut. Lehm gräbt sich schwer, klebt an der Schaufel und versickert schlecht – beides treibt den Preis. Bei steinigem Boden dauert der Aushub länger. Die Bodenklassen und ihre Aushubpreise stehen unter Aushub Kosten.

Tiefe und Gefälle. Das Rohr braucht mindestens 0,5 Prozent Gefälle zum Ziel. Liegt das Ziel höher als der nasse Bereich, muss der Graben am Anfang tiefer werden – oder das Wasser braucht eine Pumpe, was im Garten selten sinnvoll ist.

Anschlüsse und Schächte. Jeder Richtungswechsel, jeder Zusammenlauf mehrerer Stränge, jede Möglichkeit zum Spülen braucht einen Schacht für 150–350 €. Eine Drainage ohne Spülmöglichkeit versandet in zehn Jahren und lässt sich dann nicht reinigen.

Aushub-Entsorgung. Der Graben ergibt 0,3–0,4 m³ Boden je Meter. Ein Teil geht als Verfüllung zurück, der Rest muss weg – bei 25 m sind das 4–6 m³, also 100–400 € Abfuhr je nach Bodenklasse.

Welche Kosten werden oft unterschätzt?

Das Ableitziel. Wer 25 m Drainage zu 80 €/lfm rechnet, kommt auf 2.000 € und vergisst den Sickerschacht für 1.200 €. Bei kurzen Strecken ist das Ziel teurer als die Strecke.

Der Boden, der nicht versickert. Die Drainage wird verlegt, der Schacht gesetzt, und beim nächsten Starkregen steht der Schacht voll und der Rasen trotzdem unter Wasser. In dichtem Lehm nützt eine Drainage nichts – ohne Versickerungsversuch ist das ein Fehlkauf für 3.000 €.

Wiederherstellung der Oberfläche. Der Graben läuft durch Rasen, Beet, Weg. Danach muss Rasen nachgesät, das Beet neu bepflanzt, der Weg neu gelegt werden. In Drainageangeboten steht das selten, gehört aber zum Projekt.

Wurzeln. Eine Drainage in Baumnähe wächst zu. Wurzeln suchen Wasser und finden es im Kiesbett. In 5–8 m Abstand zu Bäumen braucht das Rohr eine Wurzelsperre oder eine andere Trasse.

Die Wartung. Eine Drainage ohne Spülschacht ist nach Jahren versandet und tot. Der Schacht kostet 150–350 € einmalig, die Spülung danach 100–200 € alle fünf Jahre.

Beispielrechnung: 25 lfm Drainage entlang einer Rasenfläche

Ein Garten am Hangfuß, 25 m lang. Nach Regen steht das Wasser zwei bis drei Tage in der unteren Rasenhälfte. Sandiger Lehm, Versickerungsversuch positiv. Baggerzugang über die Einfahrt.

Posten Menge Einzelpreis Gesamt
Versickerungsversuch pauschal 250 €
Graben 70 cm tief, Minibagger inkl. Bediener 4 h 85 €/h 340 €
Filtervlies, Kies 16/32, Drainrohr DN 100 (Material) 25 lfm 18 €/lfm 450 €
Verlegen, Kies einbringen, Vlies schließen, verfüllen 25 lfm 35 €/lfm 875 €
Spülschacht am Anfang 1 Stück 220 €
Sickerschacht DN 1000, 2 m tief, gesetzt 1 Stück 1.300 €
Aushub-Abfuhr, saubere Erde 5 m³ 30 €/m³ 150 €
Rasen nachsäen über dem Graben 15 m² 8 €/m² 120 €
Anfahrt, Baggertransport pauschal 150 €
Gesamt 3.855 €

Die Strecke selbst kostet 1.665 € oder 67 €/lfm – mitten in der Spanne. Der Sickerschacht ist mit 1.300 € der größte Einzelposten. Ohne Baggerzugang, mit Handaushub für 25 m, wären es rund 900 € mehr. Läge die Strecke unter einem gepflasterten Weg, kämen 300–600 € für Aufnehmen und Neuverlegen dazu.

Wann eine Drainage nicht hilft

Eine Drainage löst ein Problem: Wasser, das im Boden steht und einen Weg braucht. Sie löst drei andere Probleme nicht, für die sie trotzdem oft verkauft wird.

Verdichteter Oberboden. Steht Wasser auf dem Rasen, weil die oberen 20 cm verdichtet sind – Baustellenverkehr, jahrelanges Befahren –, läuft es gar nicht erst in die Tiefe, wo die Drainage liegt. Hier hilft Lockern, Sanden, Vertikutieren.

Dichter Lehm ohne Ableitziel. Das gesammelte Wasser kann nirgendwohin. Hier hilft nur Geländemodellierung mit Gefälle vom Haus weg oder ein Kanalanschluss.

Oberflächenwasser vom Nachbarn oder vom Dach. Läuft Wasser vom höher liegenden Grundstück oder aus einem Fallrohr auf die Fläche, muss es dort abgefangen werden, wo es ankommt – mit einer Rinne oder einem Ablauf, nicht mit einer Drainage in 70 cm Tiefe.

Ein Betrieb, der vor dem Angebot nach der Ursache fragt und einen Versickerungsversuch vorschlägt, arbeitet richtig. Wer sofort Meterpreise nennt, verkauft ein Rohr.

Fazit

Eine Gartendrainage kostet 50–150 €/lfm, im Regelfall mit Baggerzugang 60–90 €/lfm. Der Preis je Meter ist nicht das Problem – es sind die zwei Posten daneben: das Ableitziel, das bei kurzen Strecken teurer ist als die Strecke, und der Boden, der entscheidet, ob das Ziel funktioniert.

Vor jeder Drainage steht deshalb der Versickerungsversuch für 150–400 €. Er klärt, ob ein Sickerschacht arbeitet, eine Rigole nötig ist oder das Geld besser in Gefälle und Oberflächenableitung fließt. Wer eine Wasserleitung oder ein Erdkabel plant, legt beides in denselben Graben und spart den größten Kostenblock.

Häufige Fragen

Was kostet eine Drainage pro Meter?
Im Garten 50 bis 150 Euro je laufendem Meter, komplett mit Graben, Filtervlies, Kiesbett, Drainagerohr und Verfüllen. Am unteren Rand liegt ein gerader Graben im Rasen mit Baggerzugang, am oberen Handaushub im bepflanzten Beet oder unter Pflaster. Das Ableitziel – meist ein Sickerschacht für 800 bis 2.500 Euro – kommt dazu und macht bei kurzen Strecken den größeren Teil der Rechnung aus.
Braucht eine Drainage eine Genehmigung?
Das Verlegen im eigenen Garten nicht. Genehmigungspflichtig ist die Einleitung: Wer Drainagewasser in einen Bach, einen Graben oder den öffentlichen Kanal leitet, braucht die Erlaubnis der unteren Wasserbehörde beziehungsweise des Abwasserbetriebs. Versickern auf dem eigenen Grundstück ist meist erlaubnisfrei, muss aber Abstand zu Gebäuden und Nachbargrenze halten – üblich sind mindestens fünf Meter zum Haus.
Hilft eine Drainage bei schwerem Lehmboden?
Nur, wenn das gesammelte Wasser irgendwohin kann. Eine Drainage sammelt Wasser, sie lässt es nicht verschwinden. In dichtem Lehm versickert es auch im Sickerschacht nicht – der läuft voll und die Drainage steht. Dann braucht es einen Anschluss an den Kanal, eine Rigole in einer durchlässigeren Schicht oder gar keine Drainage, sondern eine Geländemodellierung mit Gefälle. Ein Versickerungsversuch für 150 bis 400 Euro klärt das vorher.
Wie tief muss eine Gartendrainage liegen?
Für eine Rasen- oder Beetfläche 60 bis 80 cm, damit das Rohr unter dem Wurzelraum und außerhalb der Reichweite von Bodenbearbeitung liegt. Ein Drainagerohr steht nicht unter Druck, Frost ist deshalb nicht das Kriterium wie bei einer Wasserleitung. Das Rohr braucht ein Gefälle von mindestens 0,5 Prozent zum Ableitziel – bei 25 Metern also gut 12 cm Höhenunterschied. Eine Drainage am Haus, die das Fundament trockenhalten soll, liegt tiefer, bis zur Fundamentsohle, und ist eine andere Aufgabe.
Kann ich die Drainage mit anderen Leitungen in einen Graben legen?
Mit einer Wasserleitung oder einem Erdkabel grundsätzlich ja, und das spart den größten Kostenblock, den Graben. Die Drainage muss dabei unten liegen und ihr Gefälle behalten; Kabel und Wasserleitung dürfen nicht im Kiesbett liegen, sondern darüber im verfüllten Boden. Wer ohnehin eine Wasserleitung zum Gartenhaus plant, sollte beides zusammen ausschreiben.

Hinweis zu den Preisangaben

Die auf dieser Website genannten Preise sind typische Orientierungswerte für Privatkundenprojekte in Deutschland (Stand: 2026). Sie basieren auf Marktrecherche und typischen Handwerkerangeboten. Sie ersetzen kein individuelles Angebot. Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von Größe, Material, Zugang, Bodenverhältnissen, Entsorgung, Unterbau, Anschlüssen und dem konkreten Leistungsumfang ab.